Früher, früher war alles besser - alles viel, viel besser... Früher durfte man die Enten noch füttern! Zumindest ich durfte das. Wir hatten oft jede Menge getrocknetes Brot. Und wenn sich genug auf der Heizung angesammelt hatte, durften meine Schwester und ich - meistens zusammen mit Mama - zum nahegelegenen Stadtteich zuckeln, um die Enten zu füttern. Manchmal sind wir auch mit unseren Dreirädern hingedüst. Meins war rot, das von meiner Schwester rosa. Auf jeden Fall hats immer einen heiden Spaß gemacht. Schon als man mit der Tüte an den Teich getreten ist, kamen die Enten (und Möwen) von allen Seiten angeschwommen und quakten verlangend. Man konnte üben, die Brotstücke möglichst weit zu werfen und hat aufgepasst, dass wirklich alle Enten was bekamen. Nicht nur die größten. Also hat man sogar was über soziale Gerechtigkeit ganz nebenbei gelernt! Außerdem wurden zwischenmenschliche Fähigkeiten trainiert. Da entweder ich oder meine Schwester das LETZTE Brotstück werfen konnten, mussten wir uns ganz gerecht einigen. Entenfüttern war also pädagogisch wertvoll. Zumindest für uns. Und außerdem hats Spaß gemacht. Ich mochte die braunen Enten schon immer viel lieber als die grün bunten Erpel... Und was ist heute? Überall dicke Schilder mit FÜTTERN VERBOTEN... wie kann man nur auf so unpädagogische Gedanken kommen, wilden Tieren möglichst viele Freiheiten zu lassen? Das Recht auf freie Futtersuche gegen das Recht auf pädagogisch wertvolle Kindheitserfahrungen? Also wirklich... wer hat sich das nur überlegt... die armen Enten! Sie werden bestimmt verhungern ;)
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Donnerstag, 18. November 2010
Entenfütterung
Früher, früher war alles besser - alles viel, viel besser... Früher durfte man die Enten noch füttern! Zumindest ich durfte das. Wir hatten oft jede Menge getrocknetes Brot. Und wenn sich genug auf der Heizung angesammelt hatte, durften meine Schwester und ich - meistens zusammen mit Mama - zum nahegelegenen Stadtteich zuckeln, um die Enten zu füttern. Manchmal sind wir auch mit unseren Dreirädern hingedüst. Meins war rot, das von meiner Schwester rosa. Auf jeden Fall hats immer einen heiden Spaß gemacht. Schon als man mit der Tüte an den Teich getreten ist, kamen die Enten (und Möwen) von allen Seiten angeschwommen und quakten verlangend. Man konnte üben, die Brotstücke möglichst weit zu werfen und hat aufgepasst, dass wirklich alle Enten was bekamen. Nicht nur die größten. Also hat man sogar was über soziale Gerechtigkeit ganz nebenbei gelernt! Außerdem wurden zwischenmenschliche Fähigkeiten trainiert. Da entweder ich oder meine Schwester das LETZTE Brotstück werfen konnten, mussten wir uns ganz gerecht einigen. Entenfüttern war also pädagogisch wertvoll. Zumindest für uns. Und außerdem hats Spaß gemacht. Ich mochte die braunen Enten schon immer viel lieber als die grün bunten Erpel... Und was ist heute? Überall dicke Schilder mit FÜTTERN VERBOTEN... wie kann man nur auf so unpädagogische Gedanken kommen, wilden Tieren möglichst viele Freiheiten zu lassen? Das Recht auf freie Futtersuche gegen das Recht auf pädagogisch wertvolle Kindheitserfahrungen? Also wirklich... wer hat sich das nur überlegt... die armen Enten! Sie werden bestimmt verhungern ;)Mittwoch, 30. Juni 2010
Stempel
Stempel sind eigentlich Relikte aus Kindertagen. Manchesmal wurden bunte Bilder gestempelt. Buchstaben oder Kartoffeldruck oder die schöne Stempelfarbe, die so schön schwer von den Fingern wieder abgeht, gehören zu fast jeder Kindheit. Erste Versuche in der Grundschule das Schreiben zu erlernen, wurden mit Fara und Fu Stempeln belohnt. Ab und zu gab es auch mal nur ein Sternchen, dem je nach Leistung ein paar Zacken gefehlt haben. So war es zumindest bei mir. Die ganz guten bekamen dann ein Doppelsternchen. Nun da ich beruflich wieder in der Schule landen werde, muss ich mir überlegen, ob ich diese Stempel Tradition eigentlich weiter führen möchte?! Sind Stempel überhaupt pädagogisch wertvoll :) ? Oder leiden Kinder, die jahrelang nur ein halbes Sternchen, einen Daumen runter Stempel oder einen traurigen Smiley bekommen haben unter einem Stempeltrauma? Bei mir lösen Stempel überwiegend positive Erinnerungen aus. Wie schön einfach da die Schule noch war... vielleicht liegt es auch an den Stempelmotiven. Ich glaube Daumen runter Stempel werde ich vermeiden. Ich finde aber einer Kindheit darf man die Stempel einfach nicht stehlen...
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