Dienstag, 15. März 2011

das sichere Restrisiko

...bisher hat man das so "sichere" Restrisiko einfach wahrgenommen. Einfach hingenommen. Einfach mit in Kauf genommen. Zu Tschernobyl Zeiten war man schließlich erst 1. Und heute liegt es weit entfernt in einem - naja - ungenutzen Landstrich der Ukraine. Wenn ein Film im Fernsehen lief, der die Nutzung von Atomenergie problematisierte, hat man ab und zu auch mal ein mulmiges Gefühl im Bauch gehabt - sich auf Internetseiten einmal genauer über Tschernobyl informiert und kurzzeitig überlegt, sich der nächsten mahnenden Menschenkette um die AKWs einmal anzuschließen. Zumindest könnte man sich ja auch mal die "Nein-Danke-Sonne" aufs ehemals studentische Fahrrad kleben.
Aber jetzt gibt es Fukushima. Und das sichere Restrisiko wandelt sich. Wandelt sich in das volle Risiko einer unbeherrschbaren Technologie, in der auch unwahrscheinliche Fälle wahrscheinlich werden. Das mulmige Gefühl im Bauch ist selbst nach dem Aufstehen immer noch da und lässt sich irgendwie nicht mehr mit westlichem Wohlstandsalltag wegdenken. Und jetzt? Was ist richtig, was wichtig? Ein triumphierender Herr Gabriel? Ein in der ersten Reihe stehender Herr Trittin? Eine alles überdenkende Frau Merkel? Wie kann man das wissen?
Vielleicht sollte man sich an Peter Lustig halten, dessen letzte Worte bekanntlich immer "abschalten" waren. Das zumindest haben Kinder auch schon 1986 verstanden.